Freitag, 13. März 2015

Noch keine Antwort von Philae


Künstlerische Darstellung, Quelle: ESA
Der ESA-Landeroboter Philae ist vermutlich immer noch nicht aus seinem Winterschlaf erwacht. Seit gestern versucht die Rosetta Sonde Kontakt mit dem Lander herzustellen - zunächst für 8 Tage. Die Sonneneinstrahlung dürfte aber noch zu schwach sein um eine Antwort erwarten zu können. Aus diesem Grund wollen die Forscher blinde Kommandos senden, über deren Erhalt und Ausführung sie keine Rückmeldung erhalten werden. Philae soll Prozeduren ausführen, die am Bodenmodell getestet wurden und ihn dazu bringen könnten, das Heizen zu optimieren und mit der gesparten Energie die Leitzentrale zu kontaktieren.

Letztes Bild, aufgenommen von der Rosetta Sonde, Quelle: ESA
Damit der Lander überhaupt aus seinem Winterschlaf erwacht muss es im Inneren wärmer sein als -45°C. Jede verfügbare Energie wird sofort für den Erwärmungsprozess genutzt. Erst wenn die Temperatur erreicht und weitere 5,5 Watt vorhanden sind, schaltet er sich ein und sorgt für eine weitere Aufheizung. Gleichzeitig würde er dann alle 30 Minuten seinen Empfänger einschalten, um auf Signale von Rosetta zu lauschen. Um Signale zu senden sind weitere 19 Watt erforderlich. Philae würde dann Daten zum Zustand seiner Systeme an Rosetta senden, die diese als Relais an die Erde weiterleitet. Sollte dabei herauskommen dass z.B. der Akku keine Energie mehr speichern könnte, ist der Lander noch nicht verloren. Philae könnte immer noch an Kometentagen bei direkter Sonneneinstrahlung wissenschaftliche Experimente durchführen.

Der Lander war vergangenen November nach zehnjähriger Reise wohlbehalten auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko gelandet – anders als vorgesehen allerdings an einer schattigen Stelle. Er hatte noch zahlreiche Daten senden können, war dann aber wegen Strommangels in eine Art Winterschlaf gefallen.


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