Samstag, 19. Februar 2011

Astronomen entdecken neuen Planeten

Forscher glauben einen neuen Riesenplaneten entdeckt zu haben. Der Planet der auf den Namen "Tyche" getauft wurde, soll sich am Rande unseres Sonnensystems befinden, etwa 15.000 mal weiter entfernt von der Sonne als die Erde,  in einem bisher kaum erforschten Bereich. Das Licht würde ein Vierteljahr brauchen, bis es an dem Riesenplaneten angekommen ist (zum Vergleich: bis zur Erde braucht es c.a 8 Minuten). "Tyche" soll einen Durchmesser von etwa 150.000 km haben. Damit wäre er circa vier mal so groß wie der größte Planet unseres Sonnensystems - der Jupiter. Der Riesenplanet soll hauptsächlich aus Helium und Wasserstoff bestehen und von seinem Aufbau her, dem Jupiter ähneln. Die Temperatur soll -73 Grad Celsius betragen.

Die Theorie: Der Astronom Jan Hendrik Oort kam schon 1950 zu dem Entschluss, dass es eigentlich keine Kometen mehr geben dürfte. Jedes mal wenn sich ein Komet der Sonne nähert, verdampft etwas Materie - erkennbar am Kometenschweif. Im Laufe der Zeit müssten sich die Kometen also aufgebraucht haben und dürften überhaupt nicht mehr existieren - dem ist allerdings nicht so. Der Holländer spekulierte deshalb, dass es am Rande unseres Sonnensystems eine gewaltige Kometen-Wolke gebe, die sich aus Gesteins-, Eis- und Staubbrocken verschiedenster Größe zusammensetzt. In der modernen Astronomie wird dieses Trümmerfeld als Oortsche Wolke bezeichnet. Immer wieder lösen sich von dort große Brocken und gelangen auf Bahnen weiter ins innere unseres Sonnensystems. Diese Bahnenverläufe sind mit bisherige Theorien allerdings nicht erklärbar. Ein Riesenplanet wie Tyche würde den eigenartigen Schleuderkurs der Kometen allerdings erklären. Grund dafür ist seine Gravitationskraft. Diese Abweichungen könnten also Anzeichen für einen Planeten sein. Beobachtet wird diese Anomalie schon seit dem 18. Jahrhundert.

Theoretisch passt der Planetenriese perfekt ins Bild, gesehen wurde er allerdings noch nie. Hoffnung macht den Wissenschaftlern der er im Infrarot-Bereich arbeitende Weltraum-Aufklärer Wise (Wide-field Infrared Survey Explorer) (Siehe Bild). Er hat die Aufgabe, Millionen von Himmelskörpern aufzunehmen und damit eine Himmelskarte von bislang unerreichter Präzision zu ermöglichen. Die Daten des Himmelsspähers sollen der Öffentlichkeit im April zugänglich gemacht werden. Allerdings wird es vorraussichtlich zwei Jahre dauern, bis mit Gewissheit von einer Existenz des Riesenplaneten gesprochen werden kann.

Bildquellen: NASA, welt.de

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