Donnerstag, 10. Dezember 2015

Blue Origin gelingt erfolgreiche Landung der Raketenstufe (Video)

Dieses Mal hat die Landung auch funktioniert: Das private Raumfahrtunternehmen Blue Origin, des Amazon-Gründers Jeff Bezos, hat am 23. November die suborbitale Kapsel "New Shephard" erfolgreich über 100 km gebracht. Die Kapsel landete mit Fallschirmen auf dem Land und die Raketenstufe, angetrieben durch Wasserstoff und Sauerstoff, landete zum ersten Mal erfolgreich senkrecht auf einem vorgesehenen Landeplatz.

Blue Origin veröffentlichte dazu ein Video des Flugs mit weiteren Informationen:



Quellen: blueorigin.com, youtube.com

VTOL

"New Shephard von Blue Origin" Quelle: blueorigin.com
Die Abkürzung VTOL steht für "Vertical Take-Off and Landing" und bezeichnet einen Senkrechtstart und Senkrechtlandung einer Drohne, eines Flugzeugs oder einer Rakete.

Beispiele in der Raumfahrt sind SpaceX mit der Falcon 9 Raketenstufe und Blue Origin (Suborbitale Rakete). Dabei enthält die Raketenstufe, meist die Erststufe, noch Resttreibstoff, welches zum Abbremsen und Navigieren des Landeanflugs benötigt wird.

Samstag, 7. November 2015

Wie lange geht ein Marstag?

Bis der Planet Mars einmal komplett um die eigene Achse rotiert ist, vergehen 24 Stunden und 37 Minuten. Ein Marstag wird auch Sol genannt.

Wie viele Tage hat der Planet Mars im Jahr?

Ein Marsjahr dauert etwa 687 Erdtage (~1,9 Jahre).

Montag, 16. März 2015

Riesiger Ozean auf Jupitermond gefunden

Größenvergleich Erde, Mond & Ganymed
Neue Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble bestätigen was schon länger vermutet wurde: auf dem Jupitermond Ganymed gibt es einen riesigen Ozean - vermutlich bis zu 100km tief. Er soll mehr Wasser enthalten als alle Ozeane der Erde zusammen. Bereits 1970 wurde die Theorie eines Ozeans auf Ganymed aufgestellt. Messdaten der Nasa-Sonde Galileo lieferten dann im Jahr 2002 erste konkrete Hinweise auf die Existenz eines Ozeans - unter der 150km dicken Eisschicht.

Ganymed besitzt als einziger Mond im Sonnensystem ein Magnetfeld. Darüber hinaus wird er von dem starken Magnetfeld Jupiters beeinflusst. In der dünnen Atmosphäre des Mondes kommt es zu Auroren - wie die Nord- und Südlichter auf der Erde. Sie entstehen, wenn die Magnetfelder schnelle Elektronen in die Atmosphäre lenken. Diese ionisieren das Gas in den oberen Luftschichten, das daraufhin zu leuchten beginnt. Die Beobachtungen zeigten dass die Auroren periodisch hin und her schwanken. Die beste Erklärung für dieses Phänomen ist ein großer salzhaltiger und damit elektrisch leitfähiger Ozean. Das Magnetfeld Jupiters müsste darin ein sekundäres Magnetfeld erzeugen, das dem primären Feld entgegen wirkt und damit das Schwanken der Aurora unterdrückt. Aus den Daten lässt sich erkennen, dass das Jupiter-Magnetfeld die Bewegung der Auroren so stark bremst, dass sie sich nur um zwei Grad über die Oberfläche Ganymeds verschieben, statt um sechs Grad, wie es ohne den Ozean der Fall wäre.

Außerdem besitzt Ganymed eine innere Wärmequelle - trotz einer mittleren Oberflächentemperatur von minus 160 Grad Celsius. Durch die exzentrische Umlaufbahn um Jupiter wird die Gravitationswirkung auf den Trabanten andauernd verändert. Der Mond verformt sich und wird durch die dabei entstehende Reibungswärme erhitzt. Als Folge davon schmilzt ein Teil des Eises, das seinen Gesteinskern umgibt. Mit dem flüssigen Wasser, Salz und anderen im Wasser gelösten Mineralstoffen sowie der Wärme sind auf Ganymed Voraussetzungen für die Entstehung von Leben vorhanden.

Ganymed hat einen Durchmesser von 5262 km - größer als der des Merkur. Er wurde 1610 von Galileo Galilei entdeckt.

Samstag, 14. März 2015

Wo befindet sich das größte schwarze Loch des Universums?

Das vermutlich größte bekannte schwarze Loch befindet sich im Zentrum der NGC 4889 Galaxie. Die Entfernung zur Erde beträgt c.a 320 Millionen Lichtjahre. Das schwarze Loch hat eine Masse von geschätzten 21 Milliarden Sonnenmassen. Es handelt sich dabei um einen Durchschnittswert - die Masse wird auf 6 bis 37 Milliarden Sonnenmassen geschätzt.

Bei dem schwarzen Loch in der NGC 1277 Galaxie (Entfernung: 220 Mio. Lichtjahre) ist man sich allerdings sicher. Es hat eine Masse von 17 Milliarden Sonnenmassen und damit möglicherweise sogar mehr als das Objekt in der NGC 4889 Galaxie.


Freitag, 13. März 2015

Sonnenfinsternis 2015


Am 20. März wird eine partielle Sonnenfinsternis in Mitteleuropa zu sehen sein - der Mond wird folglich die Sonne nicht vollständig verdecken. Als totale Sonnenfinsternis wird sich die Finsternis nur vom Nordatlantik, von den Färöer-Inseln und von Spitzbergen aus beobachten lassen. Hier wird die Sonne für etwas 2 Minuten komplett verdeckt.

In Deutschland wird die Sonne je nach Beobachtungsort zu bis zu 82 Prozent (Flensburg) verdeckt. In Frankfurt sind es knapp 75 und in München etwa 68 Prozent.

Von Deutschland aus betrachtet beginnt die Sonnenfinsternis am Freitagvormittag gegen 9:30 Uhr (je nach Beobachtungsort). Zwischen 10:36 und 10:48 Uhr tritt das Maximum der Sonnenfinsternis ein. Gegen 12 Uhr mittags ist die Sonnenfinsternis vorbei.


Noch keine Antwort von Philae


Künstlerische Darstellung, Quelle: ESA
Der ESA-Landeroboter Philae ist vermutlich immer noch nicht aus seinem Winterschlaf erwacht. Seit gestern versucht die Rosetta Sonde Kontakt mit dem Lander herzustellen - zunächst für 8 Tage. Die Sonneneinstrahlung dürfte aber noch zu schwach sein um eine Antwort erwarten zu können. Aus diesem Grund wollen die Forscher blinde Kommandos senden, über deren Erhalt und Ausführung sie keine Rückmeldung erhalten werden. Philae soll Prozeduren ausführen, die am Bodenmodell getestet wurden und ihn dazu bringen könnten, das Heizen zu optimieren und mit der gesparten Energie die Leitzentrale zu kontaktieren.

Letztes Bild, aufgenommen von der Rosetta Sonde, Quelle: ESA
Damit der Lander überhaupt aus seinem Winterschlaf erwacht muss es im Inneren wärmer sein als -45°C. Jede verfügbare Energie wird sofort für den Erwärmungsprozess genutzt. Erst wenn die Temperatur erreicht und weitere 5,5 Watt vorhanden sind, schaltet er sich ein und sorgt für eine weitere Aufheizung. Gleichzeitig würde er dann alle 30 Minuten seinen Empfänger einschalten, um auf Signale von Rosetta zu lauschen. Um Signale zu senden sind weitere 19 Watt erforderlich. Philae würde dann Daten zum Zustand seiner Systeme an Rosetta senden, die diese als Relais an die Erde weiterleitet. Sollte dabei herauskommen dass z.B. der Akku keine Energie mehr speichern könnte, ist der Lander noch nicht verloren. Philae könnte immer noch an Kometentagen bei direkter Sonneneinstrahlung wissenschaftliche Experimente durchführen.

Der Lander war vergangenen November nach zehnjähriger Reise wohlbehalten auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko gelandet – anders als vorgesehen allerdings an einer schattigen Stelle. Er hatte noch zahlreiche Daten senden können, war dann aber wegen Strommangels in eine Art Winterschlaf gefallen.


Donnerstag, 12. März 2015

Drei Raumfahrer zurück auf der Erde

Quelle: NASA
Die Astronauten Alexander Samokutjajew (Russland), Jelena Serowa (Russland) und Barry Wilmore (USA) sind sicher zurück auf der Erde. Die Sojus TMA-14M ist heute morgen (Ortszeit) in der Steppe von Kasachstan gelandet. Die Abkopplung erfolgte rund 3,5 Stunden zuvor.

Die Crew verbrachte, seit dem Start am 26 September 2014, 167 Tage im All. In der Zeit wurden mehr als 112 Millionen Kilometer zurückgelegt. Es ist der 40. Besuch eines Sojus Raumschiffs an der ISS und der 146. Flug im Sojusprogramm.

Die nächste Mission TMA-16M soll am 27. März (UTC) von Baikonur aus zur ISS starten.

Dienstag, 10. März 2015

Was ist ein Neutronenstern?

Ein Neutronenstern ist ein Objekt das das Endstadium eines Sterns einer bestimmten Massenklasse darstellt. Er hat eine extrem hohe Dichte und einem typischen Durchmesser von etwa 20 km bei einer Masse von etwa 1,44 bis 3 Sonnenmassen. Der Stern besteht aus einer besonderen Marterieform von Neutronen, bei der ein Kubikzentimeter etwa die Masse eines Eisenwürfels mit einer Kantenlänge von 700m hat. Die Gravitation ist 1012 mal so groß wie auf der Erde. Ein Mensch auf dieser Oberfläche würde  70 000 000 000 000 Tonnen wiegen. Um den Stern wieder zu verlassen müsste ein Raumschiff fast mit halber Lichtgeschwindigkeit fliegen.

Ein Neutronenstern entsteht vermutlich bei einer Kern-Kollaps-Supernova. Es wird angenommen, dass die Kernmasse des Vorläufersterns dabei zwischen 1,4 und 3 Sonnenmassen liegen muss. Liegt die Masse darüber, entsteht ein Schwarzes Loch, liegt sie darunter, erfolgt keine Supernovaexplosion, sondern es entwickelt sich ein Weißer Zwerg.
Die Temperatur im Inneren sinkt durch die Abstrahlung von Neutrinos - und dem damit verbundenen Entzug thermischer Energie - innerhalb eines Jahres von 100 Mrd. Kelvin auf 1 Mrd. Kelvin.

Samstag, 7. März 2015

Wie groß ist der größte bekannte Stern?

Der größte bekannte Stern ist der rote Überriese UY Scuti. Er befindet sich im Sternbild Schild und ist geschätzt etwa 6250 Lichtjahre von der Erde entfernt. UY Scuti hat einen Durchmesser der dem 1.708-fachen (± 192) der Sonne entspricht. Würde sich UY Scuti an der Stelle der Sonne in unserem Sonnensystem befinden, dann würde seine geringst geschätzte Ausdehnung die Umlaufbahn des Jupiters einschließen und seine größte geschätzte Ausdehnung sogar fast an die des Saturns heranreichen.
Seine Leuchtkraft beträgt das 105 -fache der Sonnenleuchtkraft.

Bildvergleich mit der Sonne